Bestattungs-Tourismus

Im Internet werben Beerdigungsunternehmer mit Einäscherungen im den Niederlanden. Dort gelten im Vergleich zu Deutschen Friedhöfen besonders niedrige Preise. Billig, schnell und bequem soll die Beerdigung ablaufen. Zur Präsentation werden inzwischen „Kaffee-Fahrten“ angeboten (incl. Verbrennungsvorführung), auf denen sogar die eigene Bestattung vorbestellt werden kann.

Wenn man die Pietät außer acht lässt, bleibt die Frage, ob diese Bestattungen wirklich so günstig sind.

Musik muss selbst eingereicht werden. Sie läuft von CD oder Kassette. Ein Totengedenken im Cafe des Krematoriums wird für einen stolzen Preis extra berechnet. Die Trauerfeier kann von den Angehörigen gegen Aufpreis auch per Webcam im Internet verfolgt werden. Ganz geschmackvoll: Ein Teil der Asche kann in Schlüsselanhänger-Urnen für ca. 150 Euro (kein Scherz) abgefüllt werden.

Die Urnen können nach vier Wochen vom Bestatter oder Angehörigen abgeholt oder eingelagert werden -oder die Asche wird auf sogenannten „Streufeldern“ verteilt.

Die Kosten scheinen auf dem ersten Blick oft entscheidend zu sein. Doch man bedenke, was man dadurch zwangläufig opfert. Die Möglichkeit persönlich und individuell Abschied zu nehmen und somit die Trauer eines lieb gewordenen Menschen zu bewältigen kann hier nicht gegeben sein. 

Stand 2005.
Quelle u. a http://www.koenigsfeld-brandl.de (krematoriumsbericht von 2005) und TV-Dokumentationen verschiedener TV-Anstalten.

 


Fotos:
Königsfeld und Brandl

 


 


Der Tod eines geliebten Menschen
ist das Zurückgeben
einer geliebten Kostbarkeit,
die uns Gott nur geliehen hat.

Verfasser unbekannt