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Der häufig angewandte Nachsatz in Traueranzeigen, dass gebeten wird, auf Kränze und Gestecke zu verzichten und statt dessen an ausgewählte karitative Organisationen zu spenden, ist auf den ersten Blick eine gut gemeinte Idee.
Blumen verwelken und selbst die sorgfältigst arrangierte Pflanzschale geht irgendwann auf den Kompost. Das Geld, welches für die aufwendigen Arrangements aufgebracht wurde ist danach unwiederbringlich verloren.
Warum also nicht den entsprechenden Betrag an Hilfsorganisationen spenden, wo es dem Toten doch –ehrlich gesagt– nichts mehr bringt?
Die Antwort liegt nicht gleich auf der Hand. Doch stellen Sie sich als erstes die Trauerhalle vor: Auf der einen Seite die Bank- oder Stuhlreihen, auf denen die trauernde Familie, die Freunde, Verwandten und Bekannten sitzen. Gegenüber das Podium, an dem der Geistliche steht. Hinter oder neben ihm steht ein Sarg, kalt und nackt ohne Dekoration auf einem Sockel. Allenfalls eine paar Kerzen wurden um den Sarg angeordnet. Das Bild ist für den Hinterbliebenen in dieser Situation (dem eigentlichen Wortsinn entsprechend) trostlos. Denn nicht für den Toten, sondern für die Trauergemeinde sind die Blumen wichtig. Die Blume als Symbol des Lebens und der Widergeburt lassen den Betrachter in seiner Trauer nicht verzweifeln.
Gleichzeitig können Trauerkränze und -gestecke die Achtung und Anerkennung dem Verstorbenen gegenüber ausdrücken. Jemanden auf seinem „Letzten Weg“ geleiten zu können, bedarf manchmal fester und greifbarer Dinge. Besonders wenn man seine Gefühle kaum noch in Worte fassen kann.
Und Hand auf‘s Herz: Wenn man mit einer Geldspende helfen möchte, bedarf es dazu eines solchen Anlasses?
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