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Die Bestattung der Toten war in jeder Zivilisationsstufe des Menschen ein zentrales Element. Die Art, wie der Mensch mit dem Tod umgeht, ist somit von jeher ein Zeichen seiner Kultur in der lebt.
Von der Antike bis ins fünfte Jahrhundert galten Tote in Europa als unrein. Deshalb wurden sie meist eingeäschert und außerhalb der Gemeinde beerdigt.
Erst später entwickelte sich aus der christlichen Auferstehungshoffnung eine andere Verbundenheit mit den Toten. Man bestattete sie nun, wenn möglich, in der Nähe von Märtyrern und Heiligen. Auch diese Gräber lagen zunächst noch außerhalb der Städte und Siedlungen, jedoch wuchsen die Siedlungen rasch und bald wurden die Friedhöfe „eingemeindet“.
Im frühen Mittelalter waren Friedhöfe bereits ein fester Bestandteil des städtischen Lebens. Hier wurden nicht nur die Toten bestattet, sondern auch gefeiert, Geschäfte abgewickelt und Gericht gehalten.
Anfang des 16. Jahrhunderts verlor für viele Christen durch die Reformation des Glaubens die Nähe zu Märtyrern ihre Bedeutung. Die Protestanten setzten nicht mehr allein den Toten bei einer Bestattung in den Mittelpunkt, sondern richteten die Trauerfeier auf die Hinterbliebenen aus. Somit wurde der Friedhof zum Ort des Trostes, des Gebets und der inneren Einkehr.
Der Wandel in der Geschichte der Bestattung setzt sich auch heute noch fort. Waren vor nur ein bis zwei Generationen noch der wöchentliche oder zumindest monatliche Besuch am Grabe der Verstorbenen fast selbstverständlich, so beschränken sich viele Hinterbliebene heute auf die einmalige Ehrerbietung bei der Beisetzung. Streufelder und Rasengräber sind bezeichnend für die Umbrüche in der Gesellschaft, die durch den Verlust der familiären und sozialen Bindungen fortschreiten.
Neben den Friedhöfen entstehen so nun andere Stätten des Gedenkens: Das Internet bietet die Möglichkeit Traueranzeigen oder „digitale Grabsteine“ zu veröffentlichen. An Straßenrändern finden sich Holzkreuze, die an tödliche Unfälle erinnern und zahlreiche Selbsthilfe Gruppen versuchen sich in Trauerbewältigung.
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