Was bedeutet Moire?

Im Textil-Gewerbe gilt Moiré als Gewebebezeichnung für Rips oder ripsähnliche Gewebe mit geflammten, feinen Wellen oder einer Holzmaserung ähnelnden Musterung. Für die Grundgewebe können Seide, Viskose oder Chemiefasern verwendet werden, seltener Baumwolle oder Leinen. Es gibt zwei Möglichkeiten, Moiré-Effekte zu erreichen:

Echter Moiré entsteht, wenn zwei gleiche Gewebebahnen (Schuss- oder Querrips) so aufeinandergelegt werden, dass sich die ursprünglich rechtwinklig zueinander stehenden Kett- und Schussfäden dabei leicht verschieben. Durch das nachfolgende Plattdrücken der Schussrippen in einer Walze (Moiré-Kalander) oder einer Presse entsteht ein Licht-/Schatteneffekt, der ohne Rapportwiederholung eine wellenförmige, figürlich unregelmässige Maserung zeigt.

Unechter Moiré wird in Nachahmung des echten Moiré durch Gaufrieren erzielt. Gaufrieren ist ein Vorgang zur Erzeugung von Prägemustern. Die Rohware wird noch vor der Nassbehandlung zwischen einer das Muster tragenden Stahlwalze und einer Walze mit einer weichen Oberfläche durchgeführt. Durch Druck und Hitze wird das Moirémuster im Gewebe vertieft. Man erhält einen gleichmässigen Mustereffekt in Form einer Schattenbildung, der rapportmässig wiederkehrt. Für dieses Verfahren können auch vollkommen glatte Gewebe eingesetzt werden.

Qualitativ weisen Moiré-Kranzbänder eine hervorragende Beschriftungsqualität auf, dazu sind sie wasserfest und umweltfreundlich, da es sich hierbei um ein leichtverottbares Zellulose-Erzeugnis handelt.

 

Übrigens auch im Computer- und Foto-Bereich kennt man den Moire-Effekt. Hervorgerufen durch verschiedene sich überlagernde Wellenmuster gelten solche Muster in diesem Fall aber meist als ungewollte Störeffekte.

echter Moire
in Nahaufnahme